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An alle, die nicht sehen wollen…Ecce homo

19/08/2010

An alle, die nicht sehen wollen…

- für Firas

Mit Dank für die Vorlage an: Inge, für die Worte, welche ich nicht schreiben kann

Sie werden weiter auf der anderen Strassenseite vorbeischleichen, und so tun, als wäre alles dies ganz normal. Die anderen im Regierungsviertel werden auch so tun, und zudem sagen, dass es ja seine eigene Entscheidung ist und war – auch die zu verhungern.

Und, sie werden letztendlich abwarten, entweder bis er verhungert ist, oder bis er aufgibt. Das ist alles, was heute bei einem Hungerstreik geschieht – und was von einem solchen Menschen wahrgenommen wird. Würde er es anders versuchen, es wäre das Gleiche – der Mensch zählt nichts mehr.

Hätte er einen klingenden Titel, wäre er ein Politiker, eine berühmte Persönlichkeit, wie wäre das Geschrei doch gross… Aber er ist einfach ein Mensch, wie Du, wie ich – wie viele. Für diese alle sitzt er auch dort, – hungert wegen jener Rechte, die für die Menschen da sein sollten, und nicht gegen sie. Die Regierenden und ihre Lobbys, von denen sie sich vorgeben lassen, was zu geschehen hat, und was nicht, haben sich dazu entschlossen, kein Volk mehr zu haben.

Es wird so getan, als wäre alles, was Menschen bewegt, ihre Sorgen, ihr Glück, ihr Wohl und Wehe, völlig gleichgültig – als wären die Menschen etwas, das noch irgendwie mit betreut werden muss, schliesslich gibt es Gesetze, aber so, dass es nicht mehr sehr auffällt. Gewicht das trägt hat dies alles nicht mehr.

Ja, wo waren die Kirchen? – Wo waren alle jene, die gleich da sind, wenn sie den Eindruck haben, dass es etwas zu missionieren gibt, die dabei mit jedem dritten Wort mindestens von Menschlichkeit faseln, die sie gar nicht aufweisen können, wenn es darauf ankommt – und abwesend sind, wenn es wirklich um etwas Menschliches geht.

Es taugt nicht viel, was Firas da macht, um ausgeschlachtet zu werden. Er bringt jenen nichts, die etwas brauchen, was sie sich auf ihr Panier kleistern können. Da ist einfach ein Mensch mit Problemen, mit seinem Glück einerseits, und seinem Unglück, – aber das ist nichts in heutigen Zeiten. Und jeder, der so etwas einfach abtut, wegwischt mit einer müden, oder überdrüssigen Handbewegung, weil es ja so viele Menschen gibt, so mannigfaltige Menschlichkkeiten die inzwischen nur noch auf Unmenschliches treffen, der wischt auch ein Stück von sich selber bei Seite.

Und doch: Seht, welch ein Mensch! Einer wie ich und wie Du, eben Mensch – und nichts anderes – nichts Wohlfeiles, das jedem runterginge wie Honig. Da ist nichts Zurechtgeschliffenes, das sich gut verkaufen liesse,- das in jede Schlagzeile passen würde, und die Auflagen steigern könnte. Da ist nur ein Mensch, der den Politikern die sich einmischen würden Schwierigkeiten bescheren würde – das Thema ist zu kitzlig, lassen wir es also… Wozu haben wir sie eigentlich, unsere sogenannten Volksvertreter, wenn sie zurückschrecken?

Dafür, die Menschlichkeit mehr und mehr in aller Offenheit mit Füssen zu treten, und gleichgültig an allem vorbeizuregieren, was Menschen bedürfen. So weit sind wir gediehen, dass es offen gezeigt werden kann, wie sehr Menschlichkeit verachtet wird, – wie sehr das normale Leben einfacher Bürger abgetan wird. Das ist die Erkenntnis, die solche Dinge auch mit sich bringen. Das ist auch der Grund, warum immer mehr Menschen mehr auf sich selber bezogen sind, was dann wieder wort- und betroffenheitsreich beklagt wird, hin und wieder. Das ist aber kein Wunder, denn fast jeder Mensch im Land fühlt, dass er nichts zählt, ausser wenn es bei ihm noch etwas zu holen, – abzuzocken gibt. Das ist Globalisierung, dass der Mensch weltweit egal geworden ist – denen, die für die Menschen da sein sollten, und nicht umgekehrt.

Für die Pläne der Mächtigen ist der Mensch nicht mehr wichtig, ausser sie brauchen sein Vermögen, oder ihn selber für irgendeinen Zweck. Als Kanonenfutter zum Beispiel. Das ist die Schande, die aus aller Brutalisierung zu allen kommt, – wo der Krieg heimkehrt, auch dann, wenn dieser unterschlagen werden soll. Das Hosianna der Nächstenliebe ist überall verstummt, nur das dumpfe Grollen des ziellosen, ohnmächtigen Zorns ist oft geblieben,- und das dröhnende Schweigen derer, die sich abgewandt haben – auch von Menschen- und Völkerrechten.

Sie, an die dieser Hungerstreik gerichtet ist, werden weiter schweigen…

Seht, ein Mensch

4 Kommentare Eins hinterlassen →
  1. Khalil Permalink
    19/08/2010 13:48

    Text anstelle von Aktion

    Denn ‘wir’ warten ja lieber ab, auf das ein Wunder geschehe. ‘Wir’ verfassen lieber anklagende Texte – und ‘wir’ füttern lieber links in unsere Webseiten – anstelle den Eklat zu produzieren, der erforderlich wäre ein Licht auf 200.000 Staatenlose zu werfen, die jederzeit alles verlieren können.

    ‘Wir’ wollen nicht nass werden – und ‘wir’ wollen auch keine Konfrontation mit der Polizei, denn wir wollen keine Unbequenlichkeit – und kein Risiko. Wir sitzen lieber bequem hinter dem Rechner und lamentieren.

    Würde ich nicht mind. 6 Autostunden entfernt von Berlin leben, dann sässe ich längst neben dem Knaben. Wenigtens für eine Nacht.

  2. 19/08/2010 14:37

    Werter Khalil,
    es gibt Menschen, die sitzen im Rollstuhl und ihm Süden von D, und haben Mitmenschlichkeit, und schreiben darüber. Sie können sich nicht ins Auto setzen. Dein Pauschalurteil ist unangebracht. Bei Dir sehe ich die Wörtchen ” würde..dann…wenigstens” . Es kommen den ganzen Tag Menschen zu Firas und auch nachts sitzen welche dort. Wir lassen Firas nicht alleine, auch wenn ich sie nicht alle fotografiere oder ins Netz stelle. Durch die vielen Schreiberlinge hinterm Rechner hast du überhaupt davon erfahren, Firas braucht Öffentlichkeit und unsere Massenmedien sind nur ganz zögerlich oder gehören zu den Israel-Lobbyisten. Dies solltest du dir mal durch den Kopf gehen lassen. Natürlich wäre es sehr schön, wenn noch mehr Menschen aufstehen und demonstrieren, auch sechs Autostunden weg, in einer anderen Stadt, egal an welchem Ort.
    Mit bestem Gruß
    PS. deine Bezeichnung für Firas finde ich unter aller Würde, wie wäre es mit Respekt?

  3. Khalil Permalink
    20/08/2010 12:42

    Schön wenn jemand da sitzt – und der ist dann Teil des Hungerstreiks? Oder hat Firas das abgelehnt?

    Weiterhin, der Fall ist nun aufgetreten in DW, WDR, taz, SZ und SPIEGEL – und nun?

    Klar ist doch, solange keine Kamerateams – am besten dann auch CNN – vor der Botschaft stehen – solange wird nach aller Voraussicht nix passieren – und ewig kann der ‘Knabe’ das ja auch nicht durchhalten.

    Also, ohne weitere vor allem deutsche Teilnehmer am Hungerstreik – ohne irgendeinen Eklat – ( Gewaltaufruf entfernt) Und ja – ich weiss, das garantiert auch keinen ‘Erfolg’ – und selbst ein Erfolg für Firas würde das Problem für die anderen Betroffenen nicht lösen.

    Aber probieren müsste man es doch trotzdem – oder?

    Sorry.
    @ “Hebron,sorry”, du hast es versucht. Du hast zu Gewalt aufgerufen, von dieser distanziere ich mich. Ich habe jetzt drei Kommentare von Dir freigegeben, ich distanziere mich ausdrücklich!. Du hast es probiert, und jetzt geh von Dannen, schleich dich. Geh auf deine Spielwiese zurück.
    Du bist ein Beispiel wie ” Zionisten ” arbeiten…
    Deshalb bleibst Du stehen, damit andere es sehen können und erkennen. Da gibt es nichts mehr zu sagen…Du entkleidest dich.. und was ich sehe, ist erbärmlich.

  4. 21/08/2010 04:30

    Khalil , das typische Beispiel unter Vielen, eigentlich keiner Rede wert, falscher Name, anonym, arrogant und großkotzig…habe ich noch etwas ausgelassen? Trolle, in den verschiedensten Verpackungen, mal mt rosa Schleifen, meist verlogen, Korrektur, immer verlogen…etc… Anti-Deutsche… ein großes Nest mt faulen Eiern…und einer Doppelmoral, welche es in sich hat…und Luft ist, wenn man daran kratzt

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