Eingesammeltes: Heute wird in Deutschland niemand mehr wegen Wehrkraftzersetzung belangt- update
Durch eine Infomail von ” ASSO” habe ich erst jetzt von der Kunstzensur in München gehört, und ein paar passende Bilder herausgesucht…
Die Sprechblasen basieren auf einem leicht abgewandelten Feuerspruch… und dem Ausspruch der Berliner Richterin…Dem Bild liegt eine Gerichtsverhandlung zu Grunde in die ich als Gerichtszeichner zufällig gelangte …Es ging damals um einen Aufkleber, auf dem ein brennender Militärjeep abgebildet war…der Vorwurf lautete in etwa “Aufruf zur Gewalt”. Die Angeklagten wurden in einer weiteren Verhandlung freigesprochen…
Und nun zum Fall in München, via mein-parteibuch
Der humanistische Pressedienst hpd machte am 20. April in einer Meldung auf die Anti-Kriegs-Ausstellung „teilen statt kriegen“ in München von Wolfgang P. Kastner aufmerksam.
Der hpd berichtet dazu unter anderem:
Einige der Fotos, die von außen durch ein Schaufenster sichtbar waren, stammen aus dem 1924 erschienenen Buch von Ernst Friedrich („Krieg dem Kriege“), die im Berliner Antikriegsmuseum 1924 bis 1933 gezeigt wurden. Diese Fotos können durchaus starke Emotionen hervorrufen und Kinder und Jugendliche davon abhalten, Kriege als harmlose Geschehen zu verstehen, mit Waffen zu spielen oder Soldat zu werden (Beispiel-Bild als pdf). 1924 gab es keine Probleme mit der Polizei – die SA schlug allerdings mehrfach die Scheiben des Antikriegsmuseums ein…..weiterlesen
Update, die nun vollständige Presseerklärung
PresseInformation
der Assoziation antikapitalistischer Kunstschaffender
ASSO
10. Mai 2011
In einer Zeit, in der auch von Deutschland aus weltweit Krieg geführt wird, in der die Bundeswehr an
Schulen oft unwidersprochen für weiteres Kanonenfutter werben darf, in der Flüchtlinge aus
Krisenzonen an den Außengrenzen der Europäischen Union Asyl und sicherer Unterschlupf
verweigert wird, ist es weder verwerflich noch belästigend, Bilder zu zeigen, die die Brutalität und
Hässlichkeit von Krieg unverhüllt abbilden. Im Gegenteil sind diese Darstellungen umso wichtiger
geworden, wenn in „humanitären Einsätzen“ weltweit bombardiert wird. Sie sind wichtiges Mittel der
Meinungsbildung auch für Kinder und Jugendliche, denen unter Umständen ein „guter Job“ in der
deutschen Berufsarmee offeriert wird.
Deshalb verurteilen wir aufs Schärfste den neuen Münchner Zensurversuch!
Der Künstler Wolfram P. Kastner zeigte in einer Ausstellung in München Kunst gegen den Krieg (im
Schauraum in der ThereseStuderStraße 9): Bilder, eine Installation sowie Fotos von den Folgen aller
Kriege an menschlichen Körpern und Gesichtern.
Einige der Fotos, die von außen durch ein Schaufenster zu sehen waren, stammen aus dem 1924
erschienenen Buch von Ernst Friedrich („Krieg dem Kriege“) und waren im Berliner Antikriegsmuseum
1924 1933 gezeigt worden.
Diese Fotos können durchaus starke Emotionen hervorrufen und Kinder und Jugendliche davon
abhalten, Kriege als harmlose Geschehen zu verstehen, mit Waffen zu spielen oder Soldat zu werden.
Einige aufgeregte Nachbarn und zwei Frauen aus dem veranstaltenden Kulturteam forderten zwei
Stunden nach der Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 15. April 2011, die (ihnen bekannten) Bilder
zu verhüllen oder abzuhängen, weil dadurch angeblich Kinder traumatisiert würden. Der Künstler
weigerte sich, die Bilder zu verstecken, weil er das Entsetzen über die furchtbaren Folgen von Kriegen
für sinnvoll und heilsam erachtet.
Von aufgeregten Erwachsenen wurde am Sonntag, 17. April, um 10.00 Uhr die Polizei geholt.
Einigen besonders erregten Bewohnern des Quartiers reichte das nicht aus. Sie wollten die
Ausstellung unbedingt und notfalls auch mit Gewalt schließen und beklebten die Schaufenster.
Die Polizeiinspektion 43 München ermittelt nun gegen den Künstler Wolfram P. Kastner wegen seiner
Ausstellung „teilen statt kriegen“. Sie wirft ihm vor, „folgende Ordnungswidrigkeit(en) begangen
zu haben: OWiG – sonstige Art (Par. 112 130 OWiG) (Belästigung der Allgemeinheit)“
„Bemerkungen: Durch die öffentliche Zuschaustellung der Kriegsbilder haben sie gem. 3 118 OWiG
die Allgemeinheit belästigt.“ (unverändertes Zitat aus dem Schreiben des POM Götz BY8543005025
11/5)
Mit staatlicher Repression wird hier versucht, die Darstellung der Schrecken des Krieges zu behindern
und zu zensieren, ein unglaublicher und rechtswidriger Angriff auf das Recht auf freie
Meinungsäußerung und die Freiheit der Kunst, die im Grundgesetz verankert ist. Historisch und
zukünftig war und ist es u.a. die Aufgabe der Kunst, die Realität widerzuspiegeln und die Probleme
der Menschheit auf den Punkt zu bringen. Das schließt den Krieg ohne Wenn und Aber ein. Nicht der
Künstler hat die Darstellung der Brutalität des Krieges zu verantworten, sondern die kriegführenden
Regierungen und Armeen, die die Brutalität ausüben.
Wir antikapitalistische Kunstschaffende sind davon überzeugt, dass Kunst und Kultur nicht der
Verdummung der Menschen dienen dürfen, sondern dass sie aufklären, Phantasie und Bewegtheit
wecken sollen, Wege aus der Barbarei in eine friedvolle, gerechtere und demokratischere Zukunft
aufzuzeigen haben und sich dem hegemonialen Machtstreben heutiger Imperien entgegensetzen
müssen..
Wir verurteilen diesen provokativen Zensurversuch, erklären unsere Solidarität
und Unterstützung für den Künstler und fordern die sofortige Einstellung des
Verfahrens gegen ihn!
Die ASSO
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Auch zur Bundeswehrwerbung in den Schulen habe ich noch ein älteres Cartoon gefunden
Und wer sich in meinem Blog umschaut, kann noch viele ” Wehrkraftzersetzungs-Kunst” finden…
Eine vorbildliche Schule: Bundeswehr muss draussen bleiben.
Indymedia übt ebenfalls Zensur…und schon war der Artikel weg…
Kunstzensur und Zensurversuche lassen sich jede Menge im Net finden, man muß nicht lange suchen…
Hier ein Beispiel aus Dresden und der Stadtobrigkeit
Bilder einer Ausstellung- Kunstfreiheit in Deutschland- Vorabzensur
Selbst erlebt…
Dazwischen hatte ich die Kunst bereits zu Grabe getragen
Und die scheichende Zensur erfolg oft unbemerkt…kritische Ausstellungsort sind schwer zufinden…ohne Ausstellung kein Verkauf….immer kleinere Werke bis nichts mehr übrigbleibt. Existenz bedroht. Das aufmüpfige Problem erledigt sich von selbst. Keine Bilder auf Leinwand mehr in 2011
Eine weitere Ergänzung…” Soldaten sind Mörder” aus der wikipedia
Und da Künstler, welche zu Recht kritisch der israelischen “Politik” gegenüberstehen, zu der ” bedrohten” Art gehören, hier ein ganz besonderer Hinweis auf Anis Hamadeh. Ein schönes Video mit Kabarett- Hinweis.
Und diesen etwas älteren Link greife ich nochmal auf
Miss Loreley von der Elbe
Heute Freitag, tritt Rolf Schälike in einer Protestaktion eine 5-tägige Haftsrafe an, er ist ein unermüdlicher Verfechter der Meinungsfreiheit, 100 Verfahren wurden bereits zu seinen Gunsten entschieden. Gratulation…und die 5 Tage sind hoffentlich schnell vorbei.



















