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Eingesammeltes: Heute wird in Deutschland niemand mehr wegen Wehrkraftzersetzung belangt- update

04/05/2011

Durch eine Infomail von ” ASSO”  habe ich erst jetzt von der Kunstzensur in München gehört, und ein paar passende Bilder herausgesucht…

“Die Kunstfreiheit darf nicht über unsere Rechtsprechung hier gehen.” ...hat mal eine Berliner Richterin gemeint

“Die Kunstfreiheit darf nicht über unsere Rechtsprechung hier gehen.”

Die Sprechblasen basieren auf einem leicht abgewandelten Feuerspruch… und dem Ausspruch der Berliner Richterin…Dem Bild liegt eine Gerichtsverhandlung zu Grunde in die ich als Gerichtszeichner zufällig gelangte …Es ging damals um einen Aufkleber, auf dem ein brennender Militärjeep abgebildet war…der Vorwurf lautete in etwa “Aufruf zur Gewalt”.  Die Angeklagten wurden in einer weiteren Verhandlung freigesprochen…

Und nun zum Fall in München, via mein-parteibuch

Heute wird in Deutschland niemand mehr wegen Wehrkraftzersetzung belangt

4. Mai 2011

Der humanistische Pressedienst hpd machte am 20. April in einer Meldung auf die Anti-Kriegs-Ausstellung „teilen statt kriegen“ in München von Wolfgang P. Kastner aufmerksam.

Der hpd berichtet dazu unter anderem:

Einige der Fotos, die von außen durch ein Schaufenster sichtbar waren, stammen aus dem 1924 erschienenen Buch von Ernst Friedrich („Krieg dem Kriege“), die im Berliner Antikriegsmuseum 1924 bis 1933 gezeigt wurden. Diese Fotos können durchaus starke Emotionen hervorrufen und Kinder und Jugendliche davon abhalten, Kriege als harmlose Geschehen zu verstehen, mit Waffen zu spielen oder Soldat zu werden (Beispiel-Bild als pdf). 1924 gab es keine Probleme mit der Polizei – die SA schlug allerdings mehrfach die Scheiben des Antikriegsmuseums ein…..weiterlesen

Bitte nicht Guernica verbrennen!

Bitte nicht Guernica verbrennen!

Update, die nun vollständige Presseerklärung

Presse­Information
der Assoziation antikapitalistischer Kunstschaffender
ASSO
10. Mai 2011
In einer Zeit, in der auch von Deutschland aus weltweit Krieg geführt wird, in der die Bundeswehr an
Schulen   oft   unwidersprochen   für   weiteres   Kanonenfutter   werben   darf,   in   der   Flüchtlinge   aus
Krisenzonen   an   den   Außengrenzen   der   Europäischen   Union   Asyl   und   sicherer   Unterschlupf
verweigert  wird,   ist  es weder  verwerflich noch belästigend,  Bilder  zu zeigen,  die die Brutalität  und
Hässlichkeit  von Krieg unverhüllt  abbilden.   Im Gegenteil  sind diese Darstellungen umso wichtiger
geworden, wenn in „humanitären Einsätzen“ weltweit bombardiert wird. Sie sind wichtiges Mittel der
Meinungsbildung auch  für  Kinder  und Jugendliche,  denen unter  Umständen ein  „guter  Job“   in der
deutschen Berufsarmee offeriert wird.
Deshalb verurteilen wir aufs Schärfste den neuen Münchner Zensurversuch!
Der Künstler Wolfram P. Kastner zeigte in einer Ausstellung in München Kunst gegen den Krieg (im
Schauraum in der Therese­Studer­Straße 9): Bilder, eine Installation sowie Fotos von den Folgen aller
Kriege an menschlichen Körpern und Gesichtern.
Einige der Fotos, die von außen durch ein Schaufenster zu sehen waren, stammen aus dem 1924
erschienenen Buch von Ernst Friedrich („Krieg dem Kriege“) und waren im Berliner Antikriegsmuseum
1924 ­1933 gezeigt worden.
Diese Fotos   können  durchaus   starke Emotionen hervorrufen und Kinder  und  Jugendliche davon
abhalten, Kriege als harmlose Geschehen zu verstehen, mit Waffen zu spielen oder Soldat zu werden.
Einige aufgeregte Nachbarn und zwei  Frauen aus dem veranstaltenden Kulturteam  forderten zwei
Stunden nach der Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 15. April 2011, die (ihnen bekannten) Bilder
zu verhüllen oder  abzuhängen,  weil  dadurch angeblich Kinder   traumatisiert  würden.  Der  Künstler
weigerte sich, die Bilder zu verstecken, weil er das Entsetzen über die furchtbaren Folgen von Kriegen
für sinnvoll und heilsam erachtet.
Von aufgeregten Erwachsenen wurde am Sonntag, 17. April, um 10.00 Uhr die Polizei geholt.
Einigen   besonders   erregten   Bewohnern   des   Quartiers   reichte   das   nicht   aus.   Sie   wollten   die
Ausstellung unbedingt und notfalls auch mit Gewalt schließen und beklebten die Schaufenster.
Die Polizeiinspektion 43 München ermittelt nun gegen den Künstler Wolfram P. Kastner wegen seiner
Ausstellung „teilen statt kriegen“. Sie wirft ihm vor, „folgende Ordnungswidrigkeit(en) begangen
zu   haben:   OWiG   –   sonstige   Art   (Par.   112   ­130   OWiG)   (Belästigung   der   Allgemeinheit)“   ­
„Bemerkungen: Durch die öffentliche Zuschaustellung der Kriegsbilder haben sie gem. 3 118 OWiG
die Allgemeinheit belästigt.“ (unverändertes Zitat aus dem Schreiben des POM Götz BY8543­005025­
11/5)
Mit staatlicher Repression wird hier versucht, die Darstellung der Schrecken des Krieges zu behindern
und   zu   zensieren,   ein   unglaublicher   und   rechtswidriger   Angriff   auf   das   Recht   auf   freie
Meinungsäußerung und die Freiheit  der  Kunst,  die  im Grundgesetz   verankert   ist.  Historisch und
zukünftig war und ist es u.a. die Aufgabe der Kunst, die Realität widerzuspiegeln und die Probleme
der Menschheit auf den Punkt zu bringen. Das schließt den Krieg ohne Wenn und Aber ein. Nicht der
Künstler hat die Darstellung der Brutalität des Krieges zu verantworten, sondern die kriegführenden
Regierungen und Armeen, die die Brutalität ausüben.
Wir   antikapitalistische   Kunstschaffende   sind   davon   überzeugt,   dass   Kunst   und   Kultur   nicht   der
Verdummung der Menschen dienen dürfen,  sondern dass sie aufklären,  Phantasie und Bewegtheit
wecken sollen,  Wege aus der  Barbarei   in eine  friedvolle,  gerechtere und demokratischere Zukunft
aufzuzeigen haben und  sich dem hegemonialen Machtstreben heutiger   Imperien entgegensetzen
müssen..
Wir verurteilen diesen provokativen Zensurversuch, erklären unsere Solidarität
und Unterstützung für den Künstler und fordern die sofortige Einstellung des
Verfahrens gegen ihn!
Die ASSO

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Auch zur Bundeswehrwerbung in den Schulen habe ich noch ein älteres Cartoon gefunden

"Rattenfänger"von Hameln... Bundeswehr

"Rattenfänger"von Hameln... Bundeswehr in Schulen

Und wer sich in meinem Blog umschaut, kann noch viele ” Wehrkraftzersetzungs-Kunst” finden…

Eine vorbildliche Schule: Bundeswehr muss draussen bleiben.

Indymedia übt ebenfalls Zensur…und schon war der Artikel weg…

Kunstzensur und Zensurversuche lassen sich jede Menge im Net finden, man muß nicht lange suchen…

Hier ein Beispiel aus Dresden und der Stadtobrigkeit

Die Anbetung der Obrigkeit....

Die Anbetung der Obrigkeit....oder des Kaisers neue Kleider...

Bilder einer Ausstellung- Kunstfreiheit in Deutschland- Vorabzensur

Selbst erlebt…

Dazwischen hatte ich die Kunst bereits zu Grabe getragen

Hoffentlich klemmt der Notausgang nicht...

Hoffentlich klemmt der Notausgang nicht...

Und die scheichende Zensur erfolg oft unbemerkt…kritische Ausstellungsort sind schwer zufinden…ohne Ausstellung kein Verkauf….immer kleinere Werke bis nichts mehr übrigbleibt. Existenz bedroht.  Das aufmüpfige Problem erledigt sich von selbst. Keine Bilder auf Leinwand mehr in 2011

Eine weitere Ergänzung…” Soldaten sind Mörder” aus der wikipedia

Und da Künstler, welche zu Recht kritisch der israelischen “Politik” gegenüberstehen, zu der ” bedrohten” Art gehören, hier ein ganz besonderer Hinweis auf Anis Hamadeh. Ein schönes Video mit Kabarett- Hinweis.

Und diesen etwas älteren Link greife ich nochmal auf

Miss Loreley von der Elbe

Heute Freitag, tritt Rolf Schälike in einer Protestaktion eine 5-tägige Haftsrafe an, er ist ein unermüdlicher Verfechter der Meinungsfreiheit, 100 Verfahren wurden bereits zu seinen Gunsten entschieden. Gratulation…und die 5 Tage sind hoffentlich schnell vorbei.

Gratulation zur 100. erfolgreichen Zensurabwehr

Gratulation zur 100. erfolgreichen Zensurabwehr

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