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09.November 2010 – Fotos der Kundgebung am Brandenburger Tor

09/11/2010

Text folgt später

Ein lesenwerter Artikel von  Evelyn Hecht-Galinski „Maulkorberlass für Israelkritiker“

Der 9. November

– Gedenktag für die Opfer der Novemberpogrome von 1938 –

mahnt dazu, zu verhindern, dass Menschen wieder zu Opfern werden – und nicht dazu, neue Opfer zu schaffen

 

Jeff Halper, siehe die letzten Fotos
Mittwoch, 10.11.2010 Berlin: Lesung mit Jeff Halper „Ein Israeli in Palästina – Israel vom Kolonialismus erlösen“, 20 Uhr, Café Hofperle, Karl-Marx-Str. 131 (Bln-Neukölln), VA: Verlag „AphorismA“
Kontakt: Verlag „AphorismA“ Israeli Committee Against House Demolitions

Sophia Deeg Rede Einführung, Protest gegen das Zusammentreffen in der „Parlamentarische Gesellschaft“

Liebe zu Recht Protestierende,

 

Bei der Parole auf unserem Transparent haben wir uns gegen die traditionsreiche Parole „Nie wieder Krieg!“ entschieden, weil sie suggeriert, Krieg und Aufhetzung zum Krieg und kriegerische Besatzungsregimes lägen hinter uns. Doch das „Nie wieder!“dient inzwischen sogar – wie viele andere ursprünglich richtige Aussagen – dazu, heutige Kriege, heutigen Rassismus und heutige Verfolgungen zu rechtfertigen, so wenn ausgerechnet am internationalen Holocaustgedenktag, dem 27.1.10, ein israelischer Ministerpräsident im Bundestag unter dem Motto „Nie wieder!“ die kriegerische Politik Israels ideologisch verbrämt.

Shimon Peres sagte am 27.1.10 im Deutschen Bundestag, nie wieder dürfe es eine Rassenlehre, eine Berechtigung zur Hetze, zum Totschlag geben: „Um eine zweite Shoa zu verhindern, ist es an uns, unsere Kinder zu lehren, Menschenleben zu achten und Frieden mit anderen Ländern zu wahren. Die junge Generation muss lernen, jede einzelne Kultur, und die universellen Werte zu respektieren.“ Die bedeutendste aller Lehren sei: „Nie wieder“. – Das sagte, wie zum Hohn, einer der politisch Verantwortlichen ein Jahr nach dem mörderischen Überfall auf Gaza und während seine Regierung an der anhaltenden, menschenverachtenden Belagerung und die Apartheidspolitik gegenüber den Palästinenserinnen und Palästinensern festhielt.

 

Deshalb steht heute, am Gedenktag für die Novemberprogrome von 1938 auf unserem Transpi:

Schluss mit Krieg und Besatzung“, denn wir sind mitten drin und nicht in der Lage eines Neuanfangs:

 

Deutschland ist militärisch, politisch-diplomatisch, wirtschaftlich und kulturell intensiv beteiligt an Kriegen und der Aufhetzung und ideologischen Vorbereitung dazu und an blutigen Besatzungsregimes, überall auf der Welt. Besonders augenfällig – direkt oder indirekt – in Afghanistan, im Irak und in Palästina.

Deutschland ist beteiligt an mörderischen Feldzügen gegen die Bevölkerungen im Nahen Osten, die mit allen Mitteln daran gehindert werden, in den Genuss ihrer Rechte, ihrer Ressourcen und Reichtümer zu kommen.

 

Heute, am Tag des Gedenkens an die Opfer der Reichspogromnacht sagen wir an dieser Stelle daher auch:

Keine Waffenbrüderschaft Deutschland-Israel

 

Denn ausgerechnet heute und in einem semi-offiziellen Kontext wird diese Waffenbrüderschaft hier nebenan in der honorigen Parlamentarischen Gesellschaft zelebriert – warum eigentlich nicht im Adlon oder an einem anderen neutralen Ort?

 

Nein, ausgerechnet heute und ausgerechnet hier bescheinigen sie sich gegenseitig, wie einig sie sich sind:

der Rüstungskonzern Dynamit Nobel Defence, der israelische Botschafter Yoram Ben Zeev und Vertreter des deutschen Mittelstandes kommen zu einem Plausch zusammen, garniert durch ein Grußwort des Hauptabteilungsleiters Rüstung im Bundesverteidigungsministerium.

 

Ausgerechnet heute tummelt sich hier in der Nähe des deutschen Parlaments und quasi unter seiner Schirmherrschaft dieser Konzern Dynamit Nobel mit seiner finsteren Geschichte, ein Konzern, in dessen Fertigungsstätten sich Roma, Sinti, jüdische Menschen und andere Verfolgte der Nazibarbarei zu Tode schuften mussten; ein Konzern, der statt für diese Verbrechen Verantwortung zu übernehmen, weiterhin das Rüstungsgeschäft, das einträgliche Geschäft des Tötens betreibt.

 

Nun ist die Kooperation zwischen Deutschland und Israel gerade in diesem Bereich besonders eng und das Normalste von der Welt, ganz entspannt, wie die heutige Veranstaltung und vor ein paar Tagen das Konzert der IOF (Israelische Besatzungsarmee) im Haus des Rundfunks wieder mal zeigen:

 

Der deutsche Mittelstand, allgemein die deutsche Wirtschaft profitiert, das israelische Militär profitiert ebenso wie die Bundeswehr, die israelische und die deutsche Politik profitieren. Die Interessen sind so eng verschmolzen, dass sie schon kaum noch voneinander zu unterscheiden sind:

 

Da ist das Interesse des offiziellen Deutschland an „Entschuldung“, Entlastung von der Verantwortung für die Verbrechen der Vergangenheit, damit man gemeinsam die Verbrechen von heute ungestört betreiben und kommende planen kann.

 

Was eignet sich besser als das viel beschworene besondere Verhältnis zu Israel, des selbsterklärten Sachwalters der Opfer und des Gedenkens?

 

Was entspricht besser den Interessen Israels und dessen „Entschuldung“ bei heutigen Verbrechen als der Schulterschluss mit dem so moralischen geadelten Deutschland, das in vorbildlicher Weise die Konsequenzen aus seiner Geschichte zieht, indem es bedingungslos solidarisch an Israels Seite steht? An der Seite eines Staates, der täglich Menschenrechte bricht und internationales Recht zu ignorieren zur ultima Ratio seiner Politik gemacht hat.

 

Das schon ziemlich betagte Antikriegslied von Bob Dylan benennt es treffend:

 

Als der zweite Weltkrieg zu Ende war, vergaben wir den Deutschen, und wir wurden Freunde. Obwohl sie 6 Millionen getötet haben, in den Öfen verbrannten, haben auch die Deutschen jetzt Gott auf ihrer Seite.“

 

(Sophia Deeg am 09/11/2010 in Berlin)

 

Part 1 Sophia Deeg

Part 2 Sophia Deeg

Part 3 Sophia Deeg

Part 4 Sophia Deeg

Elke liest Rede von Inge Höger über Dynamit Nobel Defence GmbH…

Part 5 Die “ Waffenbruderschaft“ wird eskortiert…1

Part 6 Die “ Waffenbruderschaft“ wird eskortiert…2

Part 7  Rüstungskonzern, Israelischer Botschafter….Rede Sophia Deeg

Eine Seminararbeit über Zwangsarbeiter

Und bei Reuven Jisroel Cabelman:

„Die 10 Fragen des Rabbi Michoel Dov Ber Weissmandl“

und Shraga Elam:

Covering for a war criminal of the Kafr Qasim massacre

Die Links mögen dem ein oder anderem etwas heftig erscheinen, darüber nachzudenken ist nicht verkehrt.

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